Alte Farbwerke Halle 12
Ronsdorfer Straße 74
40233 Düsseldorf
VVK € 11,50 / AK € 12,00
Tickets über www.literaturtage-duesseldorf.de oder direkt hier.
Irmgard Keun war eine literarische Sensation der frühen 1930er-Jahre. Mit „Gilgi ― eine von uns“ und „Das kunstseidene Mädchen“ schuf sie unvergessliche Frauenfiguren. Dann kamen Verbot, Exil und ein Leben zwischen Ruhm, Verlust und später Wiederentdeckung. In seinem neuen Buch „Keine von uns“ erzählt Tobias Lehmkuhl Keuns Biografie als bewegtes Panorama deutscher Geschichte ― von den Zwanzigerjahren über die NS-Zeit bis in die Bundesrepublik. Claudia Hübbecker lässt dazu ausgewählte Texte Irmgard Keuns lebendig werden.
Christian Dietrich Grabbe wohnte - und trank – in den engen Gassen der Altstadt, Heinrich Spoerl erlebte die eigene Schulzeit in der Oberrealschule am Fürstenwall, Clara Viebig beschrieb lebendig und aus eigener Anschauung das Leben im Düsseldorf des 19.
Lesen muss kein Soloding sein. Beim Social Reading in der Fliese bringst du einfach dein aktuelles Buch mit und liest in entspannter Atmosphäre gemeinsam mit anderen. Mit lockeren Icebreaker-Fragen rund ums Lesen und Bücher lernst du neue Menschen kennen. Egal, ob du allein kommst oder mit anderen vorbeikommst.
Wie navigieren in einer lauten Welt, wenn die eigenen Worte im Chaos untergehen? Wenn die Zeit in winzige Geräusche zerfällt? Wie sich erden, wie festen Stand gewinnen, wenn der Rückzug in die Krone eines alten Baumes Schutz verspricht und gleichzeitig Sehnsucht entfacht? Wenn das durch das Buntglas des Windfangs fallende Licht Erinnerungen an Großelternhäuser und vergangene Sommertage wachruft, aber auch an das dumpfe Dröhnen von schlaflosen Mondnächten?
Gyms, Turnhallen, Boxstudios und andere Sportstätten werden zunehmend zum Schauplatz literarischer Werke. Son Lewandowski und Verena Keßler stellen ihre Romane vor und sprechen über Leistungswahn und Body-shaping, gesellschaftliche und selbstauferlegte Zwänge.
Hanns Heinz Ewers (1871–1943) war Schriftsteller, Filmpionier und umstrittener Grenzgänger. Heute gilt der gebürtige Düsseldorfer als „Stephen King des wilhelminischen Kaiserreichs“. Das überaus vielschichtige Leben und Werk kann anhand seines im Heine-Institut überlieferten Nachlasses erforscht werden.
Ein Stück deutscher Geschichte, wie man es selten gehört hat: Vom Aufwachsen in der DDR als Schwarze Tochter einer weißen Regimekritikerin. „So beginnt meine Geschichte. Als Tochter einer weißen Frau und eines Schwarzen Mannes. Zwischen Sange, Südtansania, und Gera, Thüringen. Zwischen kolonialer Vergangenheit und DDR-Diktatur.“
Der in Wien lebende Elias Hirschl ist der 25. Preisträger des mit 20.000 Euro dotierten Düsseldorfer Literaturpreis, der an Autor*innen vergeben wird, die sich literarisch zwischen den Kunstsparten bewegen. In der Jury-Begründung der Jury heißt es zu Hirschls letztem Roman:
Selim Özdoğans neues Buch spielt in seiner Heimatstadt Köln am Anfang der 80er Jahre: Baran Konaks Vater Merter ist Vorarbeiter auf dem Bau, doch freitagabends tauscht er den Blaumann gegen einen dunkelgrünen Anzug mit Schlag. Die Großmutter Berfin spricht weder Türkisch noch Deutsch, versteht sich aber mit allen. Als Familie Konak ausgerechnet in ein besetztes Haus zieht, prallt ihre Welt auf alternativeLebensentwürfe.
Drei Frauen – Siv, die keine Mutter werden will, auch nicht, als sie ungewollt schwanger wird, Leyla, die immer Mutter werden wollte und jetzt, da sie schwanger ist, ihre Meinung ändert, Esther, die sich für ihr Kind entschieden hat und es dann doch bereut. Drei starke Frauen mit dem Gefühl, durch ihre Schwangerschaft die Kontrolle über ihre Körper verloren zu haben – und sich diese kompromisslos zurückholen. An ihren Seiten drei Männer mit dem Gefühl, die Kontrolle über ihre Partnerin, die Beziehung und das eigene Leben zu verlieren.
Wer jemals an einer Flughafengrenzkontrolle oder Landesgrenze stand, weiß: Nicht alle Reisenden sind gleich. Was für die einen ein Durchgangstor ist, ist für andere eine unüberwindbare Mauer. sinthujan varatharajah schreibt über das Reisen, das trotz aller negativen Begleiterscheinungen vor allem in westlichen Kulturen immer noch als Lebensversprechen gilt, analysiert, was unsere Gegenwart in jedem Begegnen und Berühren zerreißt und lässt durch profundes Wissen und Öffnung neuer Perspektiven vielleicht auch uns zu anders Reisenden werden.
Spirituell war die Journalistin Cornelia Koch nie, und Pilgern auf dem Jakobsweg keine Urlaubsoption – bis sich kurz vor dem 60igsten Geburtstag das Leben mit ein paar neuen Fragen bei ihr meldete: Wie und warum bin ich die geworden, die ich bin? Wo ist meine wirkliche Heimat? Wie will ich die immer weniger werdende Zukunft gestalten? Beim Gehen lässt es sich bekanntlich am besten denken, und so wanderte sie vor ihrer Haustür in Potsdam los - nach Ostwestfalen, wo sie aufgewachsen ist, und dann weiter durch Deutschland, Frankreich und Spanien bis nach Santiago de Compostela.
Was geschieht, wenn Mythen auf Maschinen treffen? In „Zweites Buch der Unruhe“ führt Silke Scheuermann von der Schöpfung bis ins Zeitalter künstlicher Intelligenz. Rilkes Panther, König Midas und Scheherazade begegnen Stockenten, Nilgänsen, Barbie und Robotern mit romantischen Gefühlen. So entsteht eine poetische Zivilisationsgeschichte voller überraschender Verbindungen, feiner Ironie und leiser Melancholie.
"Was für eine Hommage an so viele Leben, die nie erzählt wurden." Fatih Akin
Alle Protagonist:innen dieses Romans in 22 Erzählungen sind von Sehnsucht getrieben, aber oft in beklemmenden Beziehungen gefangen. Gelingt eine Verständigung zwischen den Figuren, deren unterschiedliche Realitäten im Roman auch durch verschiedene Sprachwelten sichtbar werden? Sie stehen für eine Zeit im grellen Licht da und geben alles von sich preis.
Einladung auf die kopfweide
Sprache ist ein Spiel – Bücher sind Spielwiesen
In der 1. Herbstferienwoche – vom 20.-22.10.2026 – könnt ihr im Schloss Benrath wieder das Kreative Schreiben für euch entdecken oder, falls ihr schon länger schreibt, neue Wege ausprobieren. Im Austausch mit anderen und mit Tipps von Autor*innen macht Schreiben & Textgestalten gleich noch mehr Spaß!
Auch ein ernstes Thema kann großen Spaß machen: Der Klimawandel und verlorene Lebensräume machen den Tieren zu schaffen. Wortgewandt bewerben sie sich darum bei einer spektakulären Casting-Show. Der Gewinn: ein Ticket auf dem Luxus-Liner „Arche Boa“. Wer wird gewinnen? Ein Buch, das mit Sprachwitz und Hoffnungsschimmer für mehr Naturschutz wirbt.
Ab 6 Jahren
Öffentliche Lesung.
Das Gesamtprogramm findet ihr HIER.
Am letzten Abend der Literaturtage Düsseldorf laden wir traditionell zur Werkstattlesung ein – der Abend ist damit zugleich Abschluss des Festivals und Ausblick: Alle vier Düsseldorfer Autor*innen stellen ihre in Arbeit befindlichen Projekte vor – die vielleicht schon auf den Büchertischen der Literaturtage Düsseldorf 2027 zu finden sind?
Jette ist dreizehn und steckt zwischen Umzugskisten, die sie eigentlich packen sollte, zwischen ihren Eltern, die sich nur noch auf alten Fotos nah sind, zwischen leuchtenden Erinnerungen an leichtere Kindheitstage und dem Aufbruch in eine Zukunft, die herausfordert und gleichzeitig neugierig macht…
Ab 10 Jahren
Öffentliche Lesung.
Das Gesamtprogramm findet ihr HIER.
Eine Buchveröffentlichung ist mittlerweile fast untrennbar verbunden mit öffentlichen Lesungen, aber die mündliche Präsentation des eigenen Textes hat ihre Herausforderungen.
Als Nuri Eltern zur Großmutter in den Libanon reisen und seine Tante bei ihm einzieht, passieren echt seltsame Dinge: Nuri schwänzt aus Versehen die Schule, ein sprechendes Krokodil taucht auf und ein Mädchen, das sich Meereslöffel nennt, steckt ihm geheimnisvolle Botschaften zu. Sie heißt eigentlich Deniz. Ihre Hobbys sind unlogische Wörter und Boxsport; aktuell kämpft sie vor allem gegen ihre Krebserkrankung.
Vor 20 Jahren wurde in Hattingen das Deutsche Aphorismus-Archiv gegründet. Federführend waren und sind die Literaturwissenschaftler Jürgen Wilbert und Friedemann Spicker. Zu den verschiedenen dort entwickelten Aktivitäten gehören im Dialog vorgetragene „aphoristische Porträts“. Es sind Collagen, die sowohl Aphorismen als auch kurze Ausschnitte aus Briefen und Tagebüchern beinhalten. Spicker und Wilbert haben nun eine Auswahl aus diesen Porträts zusammengestellt.
Gerade am Beginn ihrer Laufbahn brauchen Schriftsteller*innen Unterstützung. Sie brauchen Ermutigung so sehr wie den souverän-kritischen Blick auf ihre Arbeit, Rat in künstlerischen und praktischen Fragen. Für all das gibt es seit 2018 das Format »1 : 1«, bei dem erfahrene Autor*innen ein Jahr lang mit Newcomer*innen zusammenarbeiten.
Am Anfang steht die Wodkaflasche auf dem Küchentisch einer dreiköpfigen Familie an einem Montagmittag - und der Frage, wie sie da hingekommen ist. Und ein Schriftsteller, der trinkt, um schreiben, denken, fühlen zu können. Der irgendwann nur noch trinkt, um zu trinken, bis zu dem Punkt, an dem die Frage lautet: Trinken und sterben oder aufhören und leben? Er beschließt, sich in eine Klinik einweisen zu lassen.
Mentalitäten verstehen – Warum wir streiten, wie wir streiten
Wie wir besser verstehen, was uns trennt und was uns eint — "Luzide, leichtfüßig und lehrreich" (Steffen Mau)
Warum verlaufen gesellschaftliche Debatten heute oft so unversöhnlich? Ob es um Aufrüstung oder Pazifismus, Ost oder West, Stadt oder Land geht – hinter vielen Konflikten stehen nicht allein unterschiedliche Meinungen, sondern tief verwurzelte Erfahrungen und Prägungen: Mentalitäten.
Zwei sind eine Bande
Kofi und Lille sind die besten Freunde der Welt. Eigentlich haben sie für die Probleme der Erwachsenen keine Zeit, denn sie müssen dringend ein Geheimversteck für ihre Bande finden. Aber als ein Baum in ihrem Hof gefällt werden soll und die Großen darüber in Streit geraten, müssen Kofi und Lille sich doch kümmern… Zusammen mit anderen Kindern aus der Nachbarschaft zeigen sie den Erwachsenen, wie das geht mit dem Vertragen und Vernünftigsein.
»Dieses Buch ist für alle, die in Victory-Schuhen statt Nikes rumgelaufen sind. Für alle, die sich geschämt haben, Freunde nach Hause einzuladen. Für alle, deren einzige Freizeitgestaltung Fußball oder die Glotze war, weil für alles andere kein Geld da war. Für alle, die mehr als einmal gehört haben: Das können wir uns nicht leisten.«
Im Sommer 2022 offenbarte die Hasskampagne gegen die Schauspielerin Amber Heard, wie salonfähig es ist, Opfer häuslicher Gewalt zu verhöhnen und wie omnipräsent Frauenhass in unserer Gesellschaft nach wie vor ist. Was früher in den reißerischen Printmedien stattfand, passiert heute online und in Echtzeit. Ein breites Publikum beteiligt sich begeistert an Hass und Hetze gegen Frauen – stellenweise sogar ungehemmt unter vollem Klarnamen. Influencer, deren Content ausschließlich aus Angriffen gegen Frauen und queere Menschen besteht, erreichen auf sozialen Medien ein Millionenpublikum.
Lütfiye Güzel, geboren 1972 in Duisburg, lebt dort als Lyrikerin und Workshop-Leiterin. Ihre Gedichte zeugen von Wehmut und Witz, sie weiß: "Der Mensch besteht aus über 70% aus Wasser, der Rest ist Angst". Die ZEIT nannte sie „unsere Mona Lisa der zeitgenössischen deutschen Lyrik“: „Geheimnisvoll sind ihre Verse, und immer deutet man ein verschmitztes Lächeln zwischen die Zeilen.“