18:00 Uhr
Zentralbibliothek
Konrad-Adenauer-Platz 1
40210 Düsseldorf
Eintritt frei
Wir sitzen im Dunkeln. Auf der Leinwand treffen sich Greta Garbo und Erika Mann 1969 in den Schweizer Bergen und erinnern sich. Wie war das noch mit Marlene Dietrich und der gemeinsamen Geliebten? Als die Deutschen Hollywood und ganz Amerika durcheinanderwirbelten? Mit Erika Manns antifaschistischem Kabarett „Die Pfeffermühle“, während die ganze Welt in den Abgrund glitt? Mit der Zensur nach 1933 auch in den USA? Und wie gut kannten sich Greta Garbo und Marlene Dietrich eigentlich? Wer traute sich mehr auf der Leinwand? Und im Leben?
Wir laden herzlich ein zur Einweihung des 37. Offenen Bücherschrankes mit einem kleinen Fest auf dem Stresemannplatz mit Musik (Steve Savage) Lesungen (Sebastian Brück & die Seite-37-Lesung) - angestoßen wird auch! Und wie immer freut sich der Schrank auf Futter!
Mit Dank an die Initiatorinnen Omid Gudzarski und Dorothea Schüle sowie die Unterstützung der BV 3 und der ISG Graf-Adolf-Straße.
HALLO KINDER!
Der Benrather Bücherschrank lädt ein zum internationalen Nachbarschaftstag:
Für Kinder ab vier Jahren spielt das Figurentheater Köln „Hilfe, die Olchis kommen!"
Eine Veranstaltung der Pat*innen Bücherschranks und der Benrather Initiative für Nachhaltigkeit, BIN mit freundlicher Unterstützung der BV9
Hanns Heinz Ewers (1871–1943) war alles auf einmal – egomanisch, exzessiv, brillant, politisch verwerflich, sexuell inkorrekt, literarisch erfolgreich - und Düsseldorfer! Der international gefeierte Star verschwand irgendwann aus dem Kanon - aber jetzt wird er wiederbelebt, und zwar von dem Autor Sebastian Brück. Und da steht er, mit Spazierstock, Tweedanzug, Italo Disco im Ohr und einem viel zu muskulösen Dackel an der Leine. Die Gegenwart erkennt ihn nicht. Seine Bücher sind vergessen. Doch wer ist der Mann wirklich, der dem einstigen Skandalautor wie aus dem Gesicht geschnitten scheint?
Die Begriffe "Aufbrechen" und "Ankommen" werden geographisch ebenso verstanden wie sinnbildlich für Lebensveränderungen, sie sind verknüpft mit Mut, Hoffnung und Sicherheit ebenso wie mit Wünschen und Ängsten. Die Veranstaltungen dieser Reihe bringen in der Ausstellung "Uncertain Maps" jeweils eine Autorin/ einen Autor und eine Künstlerin/ einen Künstler zusammen, die sich auf unterschiedliche, aber sehr vergleichbare Weise mit dem Thema beschäftigen.
Die Trilogie "Das Haus auf meinen Schultern" des in Düsseldorf geborenen Autors Dieter Forte spielt zum großen Teil in Düsseldorf-Oberbilk zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Diese Tour führt zu den Romanschauplätzen durch das damals von der Schwerindustrie geprägten Stadtteils, lässt das großartige Werk Fortes lebendig werden und informiert über die Geschichte der Gegend rund um die Kölner Straße, der „Kö der Arbeiter“.
An diesem Abend treffen wir uns im FREIBAD/KreativRaum D am Worringer Platz zu einem von euch vorgeschlagenen politischen/ gesellschaftlichen Thema, dass euch auf den Nägeln brennt und diskutieren es ausgehend von einem von euch vorgeschlagenen Buch.
Ein Brief sorgt für Aufruhr im Leben von Rina, ihrer Tante Valli und ihrer Großmutter Lydia: Von einem Tag auf den anderen verstummt die Großmutter. Rina beginnt, Fragen zu stellen – und bringt gegen alle Widerstände ein Gespräch zwischen den Generationen in Gang. Denn sie ahnt, dass sie von ihrer Familie nicht nur die eckige Figur und die Vorliebe für Vorabendserien geerbt hat, sondern auch ihre Ängste und Unsicherheiten.
Am Tag vor dem großen Straßenfest rund um den Worringer Platz erstellen wir in diesem Workshop eine Text/Klang-Collage "Der Sound des Worri": Nach einem Input von Maren Jungclaus & Vera Vorneweg (Schriftstellerin) lassen wir uns am Worringer Platz und in der Umgebung zu Kurztexten inspirieren, die anschließend gemeinsam lektoriert und gemeinsam mit Moritz Ellerich (RaumZeitPiraten) zu einer Text/Klang-Collage verarbeitet werden.
Das Ergebnis wird am Folgetag im Rahmen des ArtWalk-Straßenfestes präsentiert.
Levin Watermeyers Leben ist der Baumarkt. Aber plötzlich bekommt seine Welt Risse. Das Unternehmen soll expandieren, eine undurchschaubare Kollegin muss eingearbeitet werden. Der Chef erhöht ständig den Druck – bis Umweltschützer auf dem neuen Gelände ein Biotop der Gelbbauchunke vermuten.
Denis Pfabe zeigt einen kommerzialisierten Mikrokosmos aus Kollegen und Kunden -packend, mitunter böse, sehr unterhaltsam. Er "kann Atmosphäre erzeugen. Seine Sprache hat Wucht." (SWR2)
Zwei Frauen, ein Roadtrip und die Frage: Worin liegt der Sinn im Leben? Lisa Roy fängt mit ihrem neuen Roman das Lebensgefühl der Millennials ein.
Jana Doktor ist fast dreißig, frisch getrennt und vorübergehend wieder bei ihren Eltern eingezogen. Die Promotion dümpelt vor sich hin, nach einem One-Night-Stand ist sie schwanger, alles also gerade nicht so Gold. Ihren Bruder, den einzigen ihr nahestehenden Menschen, mag sie diesmal nicht ins Vertrauen ziehen, er ist gerade Vater geworden.
Egal ob in Delhi, Tel Aviv, Buenos Aires, Istanbul oder Berlin, überall schwirren sie durch die Städte: Essenslieferanten. Filmon, der aus Eritrea nach Tel Aviv geflüchtet ist, arbeitet als Lieferant. Er will genug Geld sammeln, um seiner Frau und Tochter nach Berlin zu folgen. Sein Job ist immer in Gefahr, er hat keine Arbeitserlaubnis und fährt unter falschem Namen. Seine Frau und Tochter lernen Deutsch bei Nina im Bildungszentrum, die zu einem Austauschsemester nach Delhi reist, wo sie sich in den Argentinier Ramón verliebt.
Die merkwürdigen Leidenschaften ihrer Familie für Versicherungspolicen, Affären, Scam-Mails und Gartenzäune machen Toni genauso zu schaffen wie der alltägliche Rassismus, den sie aufgrund ihrer Hautfarbe erfährt. Abschalten kann sie nur mit ihrer Daily Soap, aber irgendwann geht auch das nicht mehr. Derweil ist das Familienunternehmen Banal & Bodeca einem heftigen Shitstorm ausgesetzt. Um den Vorwurf des Rassismus zu entkräften, möchte es eine Reality-Show mit Schwarzen Darstellern produzieren lassen.
Rund 3.000 Frauen gehören dem europaweit größten Künstlerinnennetzwerk GEDOK an, der „Gemeinschaft Deutscher und Österreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen”, die vor 100 Jahren gegründet wurde. Kompositionen, die zu Texten oder Bildern entstanden sind, sind im Jubiläums-Buch über Partitur-Auszüge und QR-Codes zugänglich. Auch an diesem Abend wird ein kreatives Netzwerk deutlich aus Lesungen, darstellender und bildender Kunst, aus Lyrik und Musik. U.a. sind die Komponistin Anne Krickeberg und die Flötistin Pia Marei Hauser zu erleben.
Beziehungsstatus: kompliziert. Dana von Suffrin bringt mit ihrem gefeierten Roman »Toxibaby« das Lebensgefühl der Millennials, die gerne auch als »Generation beziehungsunfähig« betitelt werden, auf den Punkt. Herzchen liebt Toxi und Toxi liebt Herzchen, die zwei ziehen sofort zusammen, adoptieren einen Hund – und trotzdem funktioniert überhaupt nichts. Das Paar führt eine zermürbende On-Off-Beziehung und kommt im Laufe der Romanhandlung auf 13 Trennungen in drei Jahren.
Christiane Rösinger ist Musikerin, Kreuzbergerin und Großmutter. Von ihr aus könnte das immer so weitergehen, wären da nicht das Älterwerden und die Geldsorgen. Das Altern lässt sich nicht aufhalten, aber um ein bisschen was zu verdienen, beschließt sie, einen Altersratgeber zu schreiben. Ohne Illusionen, dafür mit Power. Ein energischer Aufruf, sich nicht länger gefallen zu lassen, wie die Gesellschaft mit Frauen umgeht, die nicht mehr jung sind.
Am letzten Tag der Abiturprüfungen im Jahr 2002 fallen Schüsse im Erfurter Gutenberg-Gymnasium. Kaleb Erdmann erlebt diesen Tag als Elfjähriger, wird mit seinen Mitschüler*innen evakuiert und registriert in den folgenden Wochen die Hilflosigkeit der Erwachsenen im Angesicht der Tat. Mehr als 20 Jahre später beschäftigt er sich für ein literarisches Projekt erneut mit dem Amoklauf. »Die Ausweichschule« war für den Deutschen Buchpreis 2025 nominiert und gewann den Förderpreis von Deutschlandfunk Kultur. Der Roman ist ein gekonntes Spiel mit Perspektiven.
Theo Engel ist in den Niederlanden als Sterbehilfearzt tätig. Fast jede Woche verabreicht er Menschen, die unzumutbar und ausweglos leiden, die erlösende Spritze. Doch der Beruf zehrt an ihm, Theo kämpft mit Depressionen und hadert mit seiner Aufgabe. Eines Tages erhält er einen Brief: Darin bittet ihn ein zwar nicht mehr junger, aber vollkommen gesunder Mann um Sterbehilfe. Gerrit Blauw, Anfang 70, möchte sterben, weil er sein Leben für vollendet hält. Um den Arzt zu überzeugen, ihm zu helfen, erzählt Gerrit Theo von der Schönheit, die sein Leben erfüllt hat.
Als Lize eine E-Mail ihrer Mutter erhält, in der sie der Tochter mit knappen Worten mitteilt, schwer an Krebs erkrankt zu sein, setzt diese Nachricht einen Prozess in Gang, einen Prozess der Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Familie, ihren Platz in dieser und mit ihrem Körper, in den sich das Erlebte, Erlittene, Ungesagte eingeschrieben hat.
„flusspost“ ist ein poetisches Aufeinanderzubewegen: Miriam wanderte von Düsseldorf nach Bern, Annalisa von Bern nach Düsseldorf. Sie schrieben einander Postkarten, Berichte und Gedichte, es entstand ein Gespräch über Vertrautheit, Identitäten und Räume.
Karosh Taha stellt ihre Sprache der Wirkmacht von Krieg, Hass und Unfreiheit entgegen.„Gulîstan“ heißt die Protagonistin von Karosh Tahas drittem Roman. Sie lebt als Kurdin in einem Land, das sie anfeindet. Für ihre Sprache, ihr Denken, für ihr ganzes Sein. Unter dem diktatorischen Regime Saddam Husseins führt sie, als Kurdin verfolgt, ein Schattendasein. Als ihr Mann Çiya verschwindet, wird ihr das Ausmaß ihrer Ohnmacht in aller Brutalität vor Augen geführt. Bei der Wiederbegegnung steckt er in der Uniform des irakischen Diktators, als dessen Doppelgänger.
Nino Haratischwili, 1983 in Tiflis geboren, ist eine der wichtigsten literarischen Stimmen der deutschsprachigen Literatur und auch eine der wichtigsten politischen Autorinnen unserer Zeit. Aktuell ist unsere Zeit geprägt von politischer Aggression, einem gesellschaftlichen Klima des Hasses und konkreter kriegerischer Bedrohung. Die Autorin kämpft seit Jahren gegen die akute Gefährdung der Freiheit angesichts von Putins Imperialismus. Was in der Ukraine geschehen ist, darf sich nicht wiederholen – in Georgien ist diese Angst zur Tagesrealität geworden.
Nach monatelangem Nichtstun auf der philippinischen Insel Surogao steht Caruso, ehemaliger Profisurfer und Privatdetektiv, tief in der Kreide. Da kommt die Spanierin sehr gelegen, die ihn beauftragt, ihren Sohn wiederzufinden. Surogao ist nicht nur ein Paradies für Wellenreiter, sondern auch ein Umschlagplatz für Drogen. So führen Caruso seine Ermittlungen in einen Abgrund aus Gewalt und Korruption.
Wirtschaft, Welt und Wohlergehen erklärt in einem Weizenkorn: In „Senatore Cappelli“, ausgezeichnet mit dem Deutschen Preis für Nature Writing 2024, führt uns Kenah Cusanit auf eine amüsante wie erhellende Reise ins Herz der Gegenwart.
Alle Protagonist:innen dieses Romans in 22 Erzählungen sind von Sehnsucht getrieben, aber oft in beklemmenden Beziehungen gefangen. Gelingt eine Verständigung zwischen den Figuren, deren unterschiedliche Realitäten im Roman auch durch verschiedene Sprachwelten sichtbar werden? Sie stehen für eine Zeit im grellen Licht da und geben alles von sich preis.
Eine Buchveröffentlichung ist mittlerweile fast untrennbar verbunden mit öffentlichen Lesungen, aber die mündliche Präsentation des eigenen Textes hat seine Herausforderungen.
Vor 20 Jahren wurde in Hattingen das Deutsche Aphorismus-Archiv gegründet. Federführend waren und sind die Literaturwissenschaftler Jürgen Wilbert und Friedemann Spicker. Zu den verschiedenen dort entwickelten Aktivitäten gehören im Dialog vorgetragene „aphoristische Porträts“. Es sind Collagen, die sowohl Aphorismen als auch kurze Ausschnitte aus Briefen und Tagebüchern beinhalten. Spicker und Wilbert haben nun eine Auswahl aus diesen Porträts zusammengestellt.
Am Anfang steht die Wodkaflasche auf dem Küchentisch einer dreiköpfigen Familie an einem Montagmittag - und der Frage, wie sie da hingekommen ist. Und ein Schriftsteller, der trinkt, um schreiben, denken, fühlen zu können. Der irgendwann nur noch trinkt, um zu trinken, bis zu dem Punkt, an dem die Frage lautet: Trinken und sterben oder aufhören und leben? Er beschließt, sich in eine Klinik einweisen zu lassen.
Lütfiye Güzel, geboren 1972 in Duisburg, lebt dort als Lyrikerin und Workshop-Leiterin. Ihre Gedichte zeugen von Wehmut und Witz, sie weiß: "Der Mensch besteht aus über 70% aus Wasser, der Rest ist Angst". Die ZEIT nannte sie „unsere Mona Lisa der zeitgenössischen deutschen Lyrik“: „Geheimnisvoll sind ihre Verse, und immer deutet man ein verschmitztes Lächeln zwischen die Zeilen.“