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26.08.2022

19:00 Uhr
Forum Freies Theater im KAP 1
Konrad-Adenauer-Platz 1
40210 Düsseldorf | Eintritt: "pay what you want" (ab 3,- €)

Eintrag

3. Nacht der Düsseldorfer Literatur

Zum 3. Mal findet in diesem Jahr die "Nacht der Düsseldorfer Literatur" statt: Vier Stunden lang sind starke Stimmen, interessante Themen und unterschiedliche Formen zu erleben:

PROGRAMM 

19.00 Uhr – 19.25 Uhr:
Oxford Story: szenische Lesung mit Samir Kandil
In den letzten 30 Jahren hat Samir Kandil größtenteils Dramatisches geschrieben. Allerdings haben seine gelegentlich auch von ihm selbst gespielten Protagonisten das Drama nicht zwingend gesucht: ein Geschichtenerzähler, der am Ende seiner Erzählung angelangt ist, ein Assistenzprofessor an einer Provinzuniversität, dem unverhofft die Teilnahme an einer Nordpol-Expedition angeboten wird, ein Graf des beginnenden 17. Jahrhunderts, der behauptet der wahre Autor der Werke "Shakespeares" zu sein. Den Einakter mit dem Grafen hat er für den 26. August 2022 zum Vortrag ausgewählt.
Samir Kandil, geb. 1975 in Düsseldorf, machte von 1994-1998 eine Schauspielausbildung und studierte dann Philosophie und Klassische Literaturwissenschaft. Seit 1999 erarbeitet er Kurzfilme und Solo-Theaterprojekte; 2007 dehnte er seine Tätigkeit aus als Autor, Regisseur und Schauspieler in der Bildenden Kunst.

19.30 Uhr – 20.00 Uhr:
Der Berg und ich: Lesung mit Regina Ray 
Kleine Hütte auf Hügel. Das Dach wieder dicht bekommen und im Laufe des Sommers beschlossen zu bleiben. Drei Jahre lang auf drei mal drei Meter Wohnfläche, nur ein Schritt vor die Tür und schon die Erde unter den Füßen und den Himmel über mir: Auf offenem Feld, ein Friedhof in Sicht-, manchmal der Pausenlärm einer Schule in Hörweite. Und ein kleiner schwarzer Hund als einziger Beschützer; ich war fünfundzwanzig.
Regina Ray, geboren im Südwesten Deutschlands, studierte Pädagogik, später Indologie und Ethnologie in Heidelberg. Seit Ende der Achtziger Jahre lebt sie in Düsseldorf. Sie veröffentlichte Lyrik und Erzählungen; außerdem Kulturfeatures für den Rundfunk - überwiegend über indische Subkulturen. 2015 erschien ihr Roman „Das Mottenprinzip“ im Draupadi-Verlag.

20.00 Uhr – 20.30 Uhr:
Die Welt vor den Fenstern: Lesung mit Tatjana von der Beek
Tatjana von der Beek liest aus ihrem Debütroman "Die Welt vor den Fenstern", der im März 2022 im Ecco Verlag erschienen ist. Darin lebt die junge Maia mit ihrer Familie abgeschieden von der Außenwelt in einem großen Haus, das niemand je verlässt. Das Familienleben folgt seiner ganz eigenen Logik - alle haben ihre Aufgaben und folgen einem strengen Regelwerk. Die Sterne geben den Familienmitgliedern Namen und bestimmen in ihrer Konstellation auch das Zusammenleben. Doch Maia genügt das Leben im Haus irgendwann nicht mehr und sie hinterfragt es zunehmend.
Tatjana von der Beek, geboren 1993, lebt und arbeitet in Düsseldorf. Sie studierte Literarisches Schreiben und Lektorieren in Hildesheim, war Mitherausgeberin der BELLA triste, Teil der künstlerischen Leitung des Literaturfestivals PROSANOVA 2017 und Finalistin des 23. Open Mike. Sie hat bereits in mehreren Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht. "Die Welt vor den Fenstern" ist ihr Debütroman.

20.45 Uhr – 21.15 Uhr:
Meine Reise ins Übermorgenland: Ein Reisebericht mit Nadine Pungs
Allein und mit Neugier im Gepäck erkundet Nadine Pungs den Nahen und Mittleren Osten: ob Iran oder Saudi-Arabien, ob Jordanien, Kuwait oder Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar oder den Oman bis an die Grenze des Jemen.
Sie erzählt in ihrem Vortrag Geschichten aus dem sogenannten Orient, wie sie in den Nachrichten nicht vorkommen, und fügt aus ihren Begegnungen und Beobachtungen ein schillerndes Mosaik des heutigen Nahen und Mittleren Ostens zusammen.
Nadine Pungs, 1981 im Rheinland geboren, studierte Literaturwissenschaft und Geschichte. Als Kleinkünstlerin tingelte sie jahrelang durchs Land, spielte am Theater und organisierte Comedyshows, heute arbeitet sie als freie Autorin. Im Piper Verlag erschienen »Das verlorene Kopftuch. Wie der Iran mein Herz berührte« und »Meine Reise ins Übermorgenland. Allein unterwegs von Jordanien bis Oman«.

21.20 Uhr – 21.50 Uhr:
Einkaufszettelpoesie. Ich habe gerade frischen Pantoprazol gekauft: szenische Lesung mit Luba Goldberg-Kutznetsova & Joscha Baltha
Humorvoll und musikalisch wird die Verbindung zwischen Liebe und Essen, Essen und Glück, dem Mangel und dem Luxus, der Armut und dem Wohlstand untersucht. Dafür wechseln sich Chronologisch und assoziativ mit Nahrung verbundene Geschehnisse und Erinnerungen der Figuren verschiedener Herkunft und Lebenssituationen ab, die Persönliches und Politisches erzählen und eine Perspektive der Gedanken eröffnen. 
Luba Goldberg-Kuznetsova kam 2001 aus St. Petersburg nach Deutschland. Sie studierte Philosophie und Modernes Japan an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und an der Doshisha Daigaku Kyoto. Sie schrieb zwei Jahre lang Artikel über die Kunstwelt der NRW für die Rheinische Post, woraufhin sie Literarisches Schreiben in Hildesheim studierte. Ihr erster Roman „Lubotschka“ erschien 2019 im Aufbau Verlag. Geschmack ist ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Hätte sie diesen wegen der Corona verloren, hätte für sie nichts mehr einen Sinn.
Joscha Baltha aus Regensburg wirkte in mehreren Produktionen des dortigen Stadttheaters mit, bevor er ein Schauspielstudium an der Otto Falckenberg Schule in München absolvierte. 2017 spielte er in "Trüffel Trüffel Trüffel" an den Münchner Kammerspielen, was ihm eine Nominierung zum Nachwuchsschauspieler des Jahres der Fachzeitschrift Theater Heute einbrachte. 2019 verkörperte er Thomas Mann in Hannu Salonens Mini-Serie "Oktoberfest" und spielte unter der Regie von Alexander Kluge in Kurzfilmen. Seit der Spielzeit 2020/21 gehört er zum Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses. Er ist Vegetarier, was ihn nicht davon abhalten würde, einen Vampir zu spielen.

22.00 – 22.25 Uhr:
Schiemann mal anders: Lesung mit Philipp Schiemann
Schiemann mal ganz anders: Er erzählt vom tapferen Busch und vom unerschrockenen Gras, rechnet mit dem Leipziger Zoo ab und präsentiert drei lyrische Parfüm-Assoziationen. Als Bonus präsentiert Philipp Schiemann auch das Text/Ton Projekt "Das große Raubtier weint bitterlich", das er gerade gemeinsam mit Frank Bauer veröffentlicht hat.   
Philipp Schiemann, geboren 1969 in Düsseldorf, ist Schriftsteller und gelernter Mediengestalter. Als freier Autor veröffentlichte er von 1995 bis heute zahlreiche Prosa- und Lyrikbände, Hörbücher und Sachtexte über westafrikanische Religion.

22.30 – 23.00 Uhr:
„Verdichtete Sprache - Spoken Word" mit Morgaine Prinz & Leo Näckel
Die Künstler:innen Leo Näckel und Morgaine Prinz verbindet nicht nur das künstlerische Schaffen in Text und Bild, sondern auch eine große biographische Schnittmenge. In ihren von Sprachbildern und Emotionen gefüllten Texten führen sie die Zuhörenden durch das Auf und Ab bewegter Lebensgeschichten, um am Ende zu einem klaren Ergebnis zu kommen: Das (Aus)Sprechen ist essentiell.“
Der junge Düsseldorfer Leo Milo Matteo Näckel stand im Alter von 15 Jahren das erste Mal mit seinen Texten auf der Bühne- seitdem hat er seine Leidenschaft zum Texte schreiben und damit aufzutreten nicht verloren. In seinen Texten redet er über psychische Gesundheit, wie es ist, als queere junge Person zu leben und lässt dabei politische Themen auch nicht außer acht. In seiner Freizeit widmet er sich abgesehen vom Poetry Slam auch Videoperformances, analoger sowie digitaler Kunst.
Seit Ende 2019 liest sich die Wahl-Düsseldorferin Morgaine Prinz mit ihren authentischen Erzählungen und präzisen Beobachtungen regelmäßig in die Herzen und vor allem unter die Haut ihres Publikums, ohne dabei jedoch das Gefühl für gut platzierte Schmunzler zu vergessen. Innerhalb kürzester Zeit entwickelte sie sich zu einer der gefragtesten Poetinnen des Landes, wurde 2020 Trize-Meisterin Rheinland-Pfalz, erreichte 2021 das Finale der NRW-Meisterschaften und wird 2022 bei den deutschsprachigen Meisterschaften in Wien antreten. Seit 2020 ist sie Teil des Wort&Bühne-Teams im soziokulturellen Zentrum zakk.

Durch den Abend führt Maren Jungclaus, Literaturbüro NRW

In Zusammenarbeit mit dem FFT Düsseldorf

Graphik (c): Thomas Jarzina