18.30 Uhr (Einlass um 18.00 Uhr)
NRW-Landesvertretung beim Bund
Hiroshimastraße 12-16
10785 Berlin
Eintritt frei
Unter diesem Link können Sie sich anmelden.
Unsere Reihe „EUROPAerlesen“ schafft einen literarischen Zugang zur europäischen Integration und schlägt somit eine Brücke zwischen Politik und Kultur. Bei der nächsten Veranstaltung dieser Reihe am 23. April 2026 möchten wir uns der gemeinsamen Vergangenheit und Zukunft unserer europäischen Partner widmen. 1991 gründeten die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Polens Hans-Dietrich Genscher, Roland Dumas und Krzysztof Skubiszewski das sogenannte „Weimarer Dreieck“, das seitdem in unterschiedlichen Formaten diese drei großen Mitgliedstaaten der EU zusammenbringt. Nordrhein-Westfalen ist über das Regionale Weimarer Dreieck eng mit der französischen Region Hauts de France und der polnischen Region Schlesien verbunden. Aus Anlass des 35. Jubiläums des Weimarer Dreiecks wollen wir im Rahmen unserer Reihe EUROPAerlesen das Verhältnis dieser drei Partner in den Blick nehmen.
Für die Veranstaltung am 23. April 2026 freuen wir uns, zwei gänzlich unterschiedliche Autorinnen in der Landesvertretung NRW begrüßen zu dürfen: Oliwia Hälterlein mit ihrem Debütroman «Wir Töchter» und Roland Theis MdB mit seinem Kriminalroman «Verfluchtes Schweigen».
Gemeinsam mit unseren Gästen möchten wir der Frage nachgehen, welche Rolle Literatur bei der Vermittlung unterschiedlicher Blickwinkel auf die Geschichte unserer europäischen Nachbarn spielen kann und welche unterschiedlichen Formen und Wege dabei möglich sind.
Während Oliwia Hälterlein in ihrem Roman «Wir Töchter» eine Familiengeschichte über zwei Jahrhunderte hinweg zwischen Polen und Deutschland anhand der Frauenbiografien entfaltet, verwebt Roland Theis in «Verfluchtes Schweigen» die Gegenwart der französischen Provinz mit den unbewältigten Traumata des Zweiten Weltkriegs. Intergenerationale Traumata, der Versuch, die eigene Biografie im Spiegel der Geschichte besser zu verstehen und sich zugleich von ihr zu lösen, stehen dabei im Zentrum beider Werke.
Historische Genauigkeit und emotionales Gespür verbinden diese Texte auf unerwartete Weise und schaffen so die Grundlage für eine vertiefte Auseinandersetzung mit Fragen der Aufarbeitung sowie mit interkulturellen Beziehungen in Vergangenheit und Zukunft.
Oliwia Hälterlein, geboren 1986 in Bydgoszcz, ist Autorin, Dramaturgin, Moderatorin und Dozentin. Sie studierte Slawistik, Vergleichende Literatur-, Kultur- und Theaterwissenschaft in Salzburg, Krakau, Berlin und ist Absolventin des renommierten Deutschen Literaturinstituts in Leipzig (DLL). 2020 erschien ihr Essay «Das Jungfernhäutchen gibt es nicht» im Maro Verlag. Ihr Debütroman «Wir Töchter» erschien im Februar 2026.
Roland Theis, geboren 1980 in Neunkirchen (Saar) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er ist seit 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 2009 bis 2017 und von 2022 bis 2025 war er Abgeordneter im Landtag des Saarlandes. Von 2017 bis 2022 war er Staatssekretär im Ministerium der Justiz des Landes Saarland und Bevollmächtigter des Saarlandes für die Angelegenheiten der Europäischen Union. Neben der deutschen hat Theis auch die französischeStaatsbürgerschaft. Sein erster Roman «Verfluchtes Schweigen» erschien 2025.
Moderation: Emily Grunert (Leiterin Literaturbüro NRW)