18:00 Uhr
Zentralbibliothek
Konrad-Adenauer-Platz 1
40210 Düsseldorf
Eintritt frei
Wer einmal einen Verriss des eigenen Lieblingsbuches gelesen hat, der kennt die Empörung, die eine solche Attacke auslöst. Man will den Roman verteidigen – und damit auch sich selbst.
Unsere Reihe „EUROPAerlesen“ schafft einen literarischen Zugang zur europäischen Integration und schlägt somit eine Brücke zwischen Politik und Kultur. Bei der nächsten Veranstaltung dieser Reihe am 23. April 2026 möchten wir uns der gemeinsamen Vergangenheit und Zukunft unserer europäischen Partner widmen.
In der Graphic Novel „War doch alles schön“ schauen Susanne und Kilian Kuhlendahl auf das Leben ihrer Mutter und Großmutter zurück, die als Kind den Zweiten Weltkrieg miterlebt hat. Erst während der Arbeit bemerken beide, wie sehr diese Ereignisse noch ihre jetzigen Leben bestimmen und arbeiten ihre Auseinandersetzung damit in das entstehende Buch ein. So handelt „War doch alles schön“ von beidem: von einer Kindheit im Krieg und von den Spuren und der Aufarbeitung dieser belastenden, teilweise traumatischen Erfahrungen in den nachfolgenden Generationen.
Die Spinne, dieses achtbeinige, behaarte Wesen das seit mehr als 300 Millionen Jahren in Höhlen und auf Bäumen lebt, hat sich tief in unseren realen und imaginären Kellern und Dachböden – und nicht zuletzt dem Unbewussten – eingenistet.
Die Kunstakademie, zahlreiche Galerien und großartige Museen – Düsseldorf war und ist eine bedeutende Kunststadt. Kunstraub, schräge KünstlerInnen, Konkurrenz und Kunstfälschung: Stoff genug für Romane und Krimis, zu deren Schauplätzen diese Tour führt.
Die gefährlichsten Monster haben keine Namen. Sie stecken in Nachrichtenverläufen und Kosenamen, sie wachsen im Verborgenen. Wenn sie an die Oberfläche kommen, wird Bewunderung zum Machtspiel, Intimität zu Kontrolle und harmloses Kräftemessen zu Gewalt. Clara Leinemann (Gelbe Monster) und Dana von Suffrin (Toxibaby) erzählen von Beziehungen im Spannungsfeld zwischen rauschhafter Liebe und emotionaler Abhängigkeit. Wo endet Nähe und wo beginnt die Selbstaufgabe?
Wir sitzen im Dunkeln. Auf der Leinwand treffen sich Greta Garbo und Erika Mann 1969 in den Schweizer Bergen und erinnern sich. Wie war das noch mit Marlene Dietrich und der gemeinsamen Geliebten? Als die Deutschen Hollywood und ganz Amerika durcheinanderwirbelten? Mit Erika Manns antifaschistischem Kabarett „Die Pfeffermühle“, während die ganze Welt in den Abgrund glitt? Mit der Zensur nach 1933 auch in den USA? Und wie gut kannten sich Greta Garbo und Marlene Dietrich eigentlich? Wer traute sich mehr auf der Leinwand? Und im Leben?
Wir laden herzlich ein zur Einweihung des 37. Offenen Bücherschrankes mit einem kleinen Fest auf dem Stresemannplatz mit Musik (Steve Savage) Lesungen (Sebastian Brück & die Seite-37-Lesung) - angestoßen wird auch! Und wie immer freut sich der Schrank auf Futter!
Mit Dank an die Initiatorinnen Omid Gudzarski und Dorothea Schüle sowie die Unterstützung der BV 3 und der ISG Graf-Adolf-Straße.
Hanns Heinz Ewers (1871–1943) war alles auf einmal – egomanisch, exzessiv, brillant, politisch verwerflich, sexuell inkorrekt, literarisch erfolgreich - und Düsseldorfer! Der international gefeierte Star verschwand irgendwann aus dem Kanon - aber jetzt wird er wiederbelebt, und zwar von dem Autor Sebastian Brück. Und da steht er, mit Spazierstock, Tweedanzug, Italo Disco im Ohr und einem viel zu muskulösen Dackel an der Leine. Die Gegenwart erkennt ihn nicht. Seine Bücher sind vergessen. Doch wer ist der Mann wirklich, der dem einstigen Skandalautor wie aus dem Gesicht geschnitten scheint?
Die Begriffe "Aufbrechen" und "Ankommen" werden geographisch ebenso verstanden wie sinnbildlich für Lebensveränderungen, sie sind verknüpft mit Mut, Hoffnung und Sicherheit ebenso wie mit Wünschen und Ängsten. Die Veranstaltungen dieser Reihe bringen in der Ausstellung "Uncertain Maps" jeweils eine Autorin/ einen Autor und eine Künstlerin/ einen Künstler zusammen, die sich auf unterschiedliche, aber sehr vergleichbare Weise mit dem Thema beschäftigen.
Die Trilogie "Das Haus auf meinen Schultern" des in Düsseldorf geborenen Autors Dieter Forte spielt zum großen Teil in Düsseldorf-Oberbilk zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Diese Tour führt zu den Romanschauplätzen durch das damals von der Schwerindustrie geprägten Stadtteils, lässt das großartige Werk Fortes lebendig werden und informiert über die Geschichte der Gegend rund um die Kölner Straße, der „Kö der Arbeiter“.
Am Tag vor dem großen Straßenfest rund um den Worringer Platz erstellen wir in diesem Workshop eine Text/Klang-Collage "Der Sound des Worri": Nach einem Input von Maren Jungclaus & Vera Vorneweg (Schriftstellerin) lassen wir uns am Worringer Platz und in der Umgebung zu Kurztexten inspirieren, die anschließend gemeinsam lektoriert und gemeinsam mit Moritz Ellerich (RaumZeitPiraten) zu einer Text/Klang-Collage verarbeitet werden.
Das Ergebnis wird am Folgetag im Rahmen des ArtWalk-Straßenfestes präsentiert.
Levin Watermeyers Leben ist der Baumarkt. Aber plötzlich bekommt seine Welt Risse. Das Unternehmen soll expandieren, eine undurchschaubare Kollegin muss eingearbeitet werden. Der Chef erhöht ständig den Druck – bis Umweltschützer auf dem neuen Gelände ein Biotop der Gelbbauchunke vermuten.
Denis Pfabe zeigt einen kommerzialisierten Mikrokosmos aus Kollegen und Kunden -packend, mitunter böse, sehr unterhaltsam. Er "kann Atmosphäre erzeugen. Seine Sprache hat Wucht." (SWR2)
Zwei Frauen, ein Roadtrip und die Frage: Worin liegt der Sinn im Leben? Lisa Roy fängt mit ihrem neuen Roman das Lebensgefühl der Millennials ein.
Jana Doktor ist fast dreißig, frisch getrennt und vorübergehend wieder bei ihren Eltern eingezogen. Die Promotion dümpelt vor sich hin, nach einem One-Night-Stand ist sie schwanger, alles also gerade nicht so Gold. Ihren Bruder, den einzigen ihr nahestehenden Menschen, mag sie diesmal nicht ins Vertrauen ziehen, er ist gerade Vater geworden.
Egal ob in Delhi, Tel Aviv, Buenos Aires, Istanbul oder Berlin, überall schwirren sie durch die Städte: Essenslieferanten. Filmon, der aus Eritrea nach Tel Aviv geflüchtet ist, arbeitet als Lieferant. Er will genug Geld sammeln, um seiner Frau und Tochter nach Berlin zu folgen. Sein Job ist immer in Gefahr, er hat keine Arbeitserlaubnis und fährt unter falschem Namen. Seine Frau und Tochter lernen Deutsch bei Nina im Bildungszentrum, die zu einem Austauschsemester nach Delhi reist, wo sie sich in den Argentinier Ramón verliebt.
Die merkwürdigen Leidenschaften ihrer Familie für Versicherungspolicen, Affären, Scam-Mails und Gartenzäune machen Toni genauso zu schaffen wie der alltägliche Rassismus, den sie aufgrund ihrer Hautfarbe erfährt. Abschalten kann sie nur mit ihrer Daily Soap, aber irgendwann geht auch das nicht mehr. Derweil ist das Familienunternehmen Banal & Bodeca einem heftigen Shitstorm ausgesetzt. Um den Vorwurf des Rassismus zu entkräften, möchte es eine Reality-Show mit Schwarzen Darstellern produzieren lassen.
Theo Engel ist in den Niederlanden als Sterbehilfearzt tätig. Fast jede Woche verabreicht er Menschen, die unzumutbar und ausweglos leiden, die erlösende Spritze. Doch der Beruf zehrt an ihm, Theo kämpft mit Depressionen und hadert mit seiner Aufgabe. Eines Tages erhält er einen Brief: Darin bittet ihn ein zwar nicht mehr junger, aber vollkommen gesunder Mann um Sterbehilfe. Gerrit Blauw, Anfang 70, möchte sterben, weil er sein Leben für vollendet hält. Um den Arzt zu überzeugen, ihm zu helfen, erzählt Gerrit Theo von der Schönheit, die sein Leben erfüllt hat.
Als Lize eine E-Mail ihrer Mutter erhält, in der sie der Tochter mit knappen Worten mitteilt, schwer an Krebs erkrankt zu sein, setzt diese Nachricht einen Prozess in Gang, einen Prozess der Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Familie, ihren Platz in dieser und mit ihrem Körper, in den sich das Erlebte, Erlittene, Ungesagte eingeschrieben hat.
Karosh Taha stellt ihre Sprache der Wirkmacht von Krieg, Hass und Unfreiheit entgegen.„Gulîstan“ heißt die Protagonistin von Karosh Tahas drittem Romans. Sie lebt als Kurdin in einem Land, das sie anfeindet. Für ihre Sprache, ihr Denken, für ihr ganzes Sein. Unter dem diktatorischen Regime Saddam Husseins führt sie, als Kurdin verfolgt, ein Schattendasein. Als ihr Mann Çiya verschwindet, wird ihr das Ausmaß ihrer Ohnmacht in aller Brutalität vor Augen geführt. Bei der Wiederbegegnung steckt er in der Uniform des irakischen Diktators, als dessen Doppelgänger.
Wirtschaft, Welt und Wohlergehen erklärt in einem Weizenkorn: In „Senatore Cappelli“, ausgezeichnet mit dem Deutschen Preis für Nature Writing 2024, führt uns Kenah Cusanit auf eine amüsante wie erhellende Reise ins Herz der Gegenwart.
Eine Buchveröffentlichung ist mittlerweile fast untrennbar verbunden mit öffentlichen Lesungen, aber die mündliche Präsentation des eigenen Textes hat seine Herausforderungen.