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Vera Elisabeth Gerling: Von berstenden Badewannen oder Wie verstehen wir Literatur aus Lateinamerika?
Mittwoch, 6. Oktober, 20.00 Uhr

Historische Kasematte unter dem Städtischen Koenraad Bosman Museum
Am Bär 1/ Eingang Vor dem Falltor
46459 Rees

Bei Diskussionen über die Literatur aus Lateinamerika kommt schnell der Begriff „Magischer Realismus“ ins Spiel und wir denken an Namen wie Carlos Fuentes, García Marquez oder auch Isabel Allende. Dabei stellt sich die Frage, ob unser Bild von dieser Literatur nicht sehr eingeschränkt ist und welche vielfältigen Facetten uns womöglich unbekannt bleiben, da die Orientierung stark an Bestseller-Autoren ausgerichtet ist, die solchen typischen Vorstellungen entsprechen.
Die Literaturwissenschaftlerin Dr. Vera Gerling von der Heinrich-Heine-Universität wird darstellen, wie etablierte, exotische Lektüremuster auch durch Verkaufsstrategien der Verlage weiter gefördert werden. Anhand der Erzählung Viaje a la semilla/Reise zum Ursprung oder Links der Uhr des kubanischen Autors Alejo Carpentier und zwei verschiedenen Übertragungen des Textes ins Deutsche demonstriert sie, wie auch die Übersetzer bei ihrer Arbeit einer gewissen Schablone des „Magischen Realismus“ folgen.

Vera Elisabeth Gerling studierte Diplom-Literaturübersetzen an der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität, wo sie 2003 mit einer Arbeit über die Übersetzungen lateinamerikanischer Kurzprosa von 1945-2000 promovierte. Nach mehreren Auslandsaufenthalten arbeitet sie zurzeit als Wissenschaftliche Angestellte an der Düsseldorfer Universität.