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Das Literaturtelefon - 0211 / 60 24 710

Das Literaturtelefon besteht mittlerweile seit 20 Jahren und bietet vielen in Düsseldorf lebenden und arbeitenden AutorInnen eine Plattform. Monatlich ist je ein/e LiteratIn in einer 5-Minuten-Lesung via Telefon zu hören. Parallel dazu werden die SchriftstellerInnen als "Autor/in des Monats" in unserem Literaturkalender sowie auf diesen Internetseiten präsentiert. Unterstützt wird das Projekt vom Kulturamt der Landeshauptstadt und dem Medienzentrum Rheinland.


Autor des Monats März 2004 am Literaturtelefon:

Günter Nuth


Günter Nuth wurde 1952 in Düsseldorf geboren, lebt in Meerbusch. Nach einem Studium der Baubiologie arbeitet er heute als Einsatzleiter einer Berufsfeuerwehr. Er war Teilnehmer an Literatur- und Schauspielworkshops, u.a. bei Robert Gernhardt und Ralf Blaha. Günter Nuth schreibt Gedichte, Aphorismen und Kurzprosa.

Veröffentlichungen:
"schwebendes verfahren" Meerbusch, Gnu-Verlag, Nov. 2000
"Säumig" in Moral (Anthologie) Bad Oeynhausen, VirPriV-Verlag, 2001

"Bloß gestellt - Sicht versperrt" in Baggersee-Geschichten, VirPriV-Verlag, 2002
"Mehr Leichen" und "David und Goliath" in Tod (Anthologie), Frankfurt, M.H.Korb-Verlag, 2002
"Blau" in Dichter Nebel am Niederrhein, Grevenbroich, SeitenWind-Verlag, 2002,
"in humanität" in Sterbehilfe (Anthologie), Verlag Jens-Neuling, 2002


Sie hören am Literaturtelefon Prosa von Günter Nuth:

Reanimation eines Säuglings

Es atmet nicht mehr. Sie stottert zitternd die Lage in den Hörer. Kein Laut alarmiert aus den Gitterstäben der Wiege. Kein Kissen ist verrutscht. Nichts Erbrochenes zu sehen. Sekunden addieren sich zu einer Minute an diesem Sonntagmorgen, bis die Adresse auf der Notrufleitung der Feuerwehr definiert ist. Sie schluchzt verzweifelt ihre Hoffnung in das Telefon...

Das Shampoo wird gerade verteilt. Ich weiß noch nicht, ob ich diesem Autolack nach dem Waschen noch eine Wachsschicht als Sonntagsbonus geben werde. Am Wochenende sind wir entspannt alarmbereit. Kein Unterricht, keine Evakuierungsübungen in Krankenhausfluren, die Dienstpost ruht und wir stolpern nicht über die Eimer der Reinigungskräfte in unseren Feuerwachen. Der Gong dröhnt schrill für mich durch die Waschhalle. Das Shampoo verklebt auf meinem Autolack. Meine Kollegen in Weiß laufen - wie ich - zum Notarztwagen. Wir legen die Sicherheitsgurte an, leere Straßen bei dieser Alarmfahrt. In drei Minuten werden wir ankommen.
(...)

© 2003, Günter Nuth, 40668 Meerbusch, Mühlenstr. 21



Diese AutorInnen haben 2004 im Literaturtelefon gelesen:

Autorin des Monats Dezember 2004 am Literaturtelefon: Dorothea Koch-Thalmann

Autor des Monats November 2004 am Literaturtelefon: Horst Landau

Autorin des Monats Oktober 2004 am Literaturtelefon: Monika Voss

Autor des Monats September 2004 am Literaturtelefon: Ferdinand Scholz

Autorin des Monats August 2004 am Literaturtelefon: Florence Hervé

Autor des Monats Juli 2004 am Literaturtelefon: Jens Prüss

Autorin des Monats Juni 2004 am Literaturtelefon: Barbara Zimmermann

Autorin des Monats Mai 2004 am Literaturtelefon: Barbara Ming

Autor des Monats April 2004 am Literaturtelefon: Wolf-E. Allihn

Autor des Monats März 2004 am Literaturtelefon: Günter Nuth

Autorin des Monats Februar 2004 am Literaturtelefon: Käte Reiter

Autor des Monats Januar 2004 am Literaturtelefon: Francisco Tanzer


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