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New York - mon amour
"Ich weiß nicht, was es ist; alles zusammen macht mich fröhlich, wenn ich hier wandere."
Max Frisch über New York
"New York ist etwas Schreckliches, Monströses. Ich laufe gerne versunken durch die Straßen, aber ich erkenne: New York ist eine große Lüge."
Frederico Garcio Lorca
New York: Stadt der Gegensätze, Stadt der Wünsche und Träume, Stadt, die geliebt wurde und wird, Stadt, die gehasst wurde und wird: Mythos New York, in der Literatur und im Film.
Das Literaturbüro NRW e.V. und das Filmmuseum Düsseldorf möchten mit einer Reihe von Literatur- und Filmveranstaltungen zeigen, welche Spuren der Big Apple in der Literatur und im Film hinterlassen hat -
bis in unsere Gegenwart und die des 11. September, an dem das Bild der Stadt und die
Wahrnehmung der Stadt so brutal und so unumkehrbar verändert wurden.
Montag, 2. September 2002
New York in der deutschen Literatur
Nahezu alle Schriftstellerinnen und Schriftsteller, die heute zu den amerikanischen Klassikern zählen,
verbrachten zumindest einige Jahre und machten die Stadt zum Schauplatz, wenn nicht zum Protagonisten
ihrer Werke.
Aber auch in der deutschen Literatur hat die Stadt deutlich Spuren hinterlassen. Allein die
Liste der während des NS-Regimes immigrierten Schriftstellerinnen und Schriftsteller liest sich
wie ein Lexikon der literarischen Weimarer Republik: Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Oskar Maria
Graf, Stefan Heym, Mascha Kaléko, die Familie Mann, Ernst Toller und viele andere versuchten, in
der Stadt Fuß zu fassen.
Christof Hamann führt zum Auftakt der Reihe durch die Stadt am Hudson River,
gesehen und beschrieben von deutschen Autorinnen und Autoren wie Alfred Döblin oder Max Frisch,
Ingeborg Bachmann oder Franz Kafka.
Donnerstag, 5. September 2002
Bodo Morshäuser, Tod in New York City
Simon Gruber liebt Joy oder liebt Joy nicht, er weiß es nicht. Simon Gruber fühlt sich schuldig.
Er kann nicht schuld sein.
Tod in New York City ist die Geschichte eines Polizisten und Zauderers, der
durch seine Unterlassungen das Gegenteil dessen erreicht, was er wollte.
Bodo Morshäuser wurde 1953 in Berlin geboren und wuchs dort auf. Seit 1975 veröffentlichte
er Artikel in Berliner Stadtzeitschriften, Gedichte in Anthologien und arbeitete freiberuflich
beim Hörfunk als Autor, Regisseur und Moderator. 1979 veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband
und begann dann auch, Prosa zu schreiben. Seither erschienen mehrere Erzählbande und Romane.
In Tod in New York City beschäftigt sich Bodo Morshäuser wie schon in früheren Büchern mit dem
Rechtsextremismus.
Sonntag, 8. September 2002
Normann Ohler, Die Quotenmaschine
Willkommen in Manhattan, wo die Quotenmaschinisten frei durch die Stadt flottieren,
mit Drogen vollgepumpt, in sexueller Extase oder sonstwie auf der Flucht vor der Geschichte
und den eigenen Biographien."
Ddies ist die Geschichte von Ray, der als stummer Detektiv Maxx Rutenberg durch New York
streift und im Internet surft, um der eigenen Identität auf die Spur zu kommen.
Norman Ohler, 1970 in der Pfalz geboren, besuchte die Hamburger Journalistenschule
und arbeitet für Stern, Spiegel und Geo. Von 1993 bis 1995 hielt er sich in New York
auf wo Die Quotenmaschine - zunächst als Hypertext im Internet- entstand.
Norman Ohler lebt in Berlin und in New York.
Dienstag, 10. September 2002
Ulrich Peltzer, Bryant Park
Nachmittag in Manhattan. Ein Mann sitzt in der Public Library und durchforstet Namensregister.
Seine Gedanken schweifen ab.
Im Bryant Park laufen die Vorbereitungen für ein Open-air-Kino. In der 36. Straße
stürzt ein Gerüst zusammen.
Peltzers Spielfeld ist die große Stadt: Straßenszenen, das Interieur eines
Schnellrestaurants, die lastende Schwüle in den Hochhausschluchten und immer
wieder Bildschirme. In der Wahrnehmung des Erzählers wird die Stadt zu einem komplexen
Zeichenraum. Ulrich Peltzer wurde 1956 in Krefeld geboren und lebt seit 1975 in Berlin.
Am 11. September hielt er sich in New York auf und arbeitete an diesem Text, in den die
Ereignisse unmittelbaren Eingang fanden.
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