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"Grenzen, welche Grenzen?"


Projekt "Jazz & Lyrik"


Lyriker:
Serge van Duijnhoven
Ingeborg Drews
Ralf Blaha


Musiker:
Jarmo Hoogendijk, trp.
Ali Haurand, bass
Peter Weiss dr.


"Poesie ist Musik verwandelte Sprache" schreibt Leroi Jones da "doch poetisch geformte Sprache mit Musik auf einer gemeinsamen Wurzel bezogen." Wo orale Traditionen vorherrschend blieben, wurde die Trennung der beiden Künste denn auch nie vollzogen.

Schon in den 30er Jahren bemerkte der französische Jazzhistoriker Hughes Panassié die Affinität zwischen Jazz und moderner Lyrik und veranlasste 1937 eine Jazz & Lyrik Session. In den USA war es die Beatnikgeneration die in den 60er Jahren diese Idee aufgriff und ausbaute.Kerouac, Ginsberg und Burroughs bewundern die Bebop-Musiker und versuchten Literatur wieder zur "living vocal social art" zu machen.

Teils übernahm sie die Musik von vorliegenden Aufnahmen, teils spielten sie sie neu ein. In Deutschland bemühte sich E.J. Berendt um die Etablierung dieser Kunstform. Gemeinsam mit modernen Poeten wie Peter Rühmkorf produzierte er Radio-Sendungen und Schallplatten, wobei auch dort zunächst nur zu schon vorliegenden Aufnahmen gesprochen wurde. Erst später sensibilisierten sich Dichter und Musiker füreinander und spielte Jazz und Lyrik live ein. Seitdem ist diese Kunstform auch in Deutschland ein etablierter Bestandteil der Jazz- und Kunstszene.

Dichtersprache zwischen Eruption und Konstruktion - die Spannung , die gute Poesie ausmacht. Diese Spannung ist es, die die Musiker wahrnehmen und in ihren Improvisationen umsetzen. Sensibel treten die Jazzer mit den Texten in einen Dialog, wobei die Musik keineswegs als akustisches Schnörkelwerk um die Gedichte herumgebaut wird, sie fließt vielmehr in sie hinein, trägt das gesprochene Wort oder setzt Kontra-Punkte.

Die künstlerische Gesamtkonzeption macht es notwendig, einige Musikstücke ohne Text und einige Texte ohne Musik vorzutragen, sodaß der Zuschauer zwischen Phasen meditativer Entspannung und hochkonzentrierter Rezeption wechseln kann.