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Grass und andere für Fiftyfifty
Was unterscheidet den Menschen vom Tier? Unter anderem, und vielleicht vor
allem, seine Fähigkeit zu sprechen. Mensch ist man durch Kommunikation mit
anderen Menschen, und Kommunikation bedeutet, sich auf die Lage des Anderen
einzustellen, damit er auch verstehe, was ich sage.
So ist es vielleicht kein Wunder, dass diejenigen, die am sorgfältigsten und
am liebevollsten mit Sprache umgehen, die Schriftsteller nämlich, ein Auge
für die Lage der Anderen haben, auch und gerade, wenn diese Lage schwierig
ist.
Das Literaturbüro NRW hat erneut, wie schon einmal vor einigen Jahren,
deutschsprachige Autoren gebeten, exklusiv und ohne Honorar für das
Obdachlosenmagazin fiftyfifty zu schreiben.
Damals haben u.a. Elfriede Jelinek, Robert Gernhardt und Günter Kunert
mitgemacht.
Diesmal sind beispielsweise Günter Grass, Ulla Hahn, Friederike Mayröcker
und Roger Willemsen unserer Bitte gefolgt.
Sie haben Gedichte geschickt und Erzählungen, Kindergeschichten und Berichte
über schlaflose Nächte. Die Leserinnen und Leser können sich ein ganzes Jahr
lang auf die exklusiv in fiftyfifty abgedruckte Literatur einiger der
wichtigsten deutschsprachigen AutorInnen freuen.
Über die in Sonntagsreden oft beschworene und im Alltagshandeln oft
missachtete Menschenwürde hat ein anderer, etwas älterer Dichter vielleicht
das Treffendste gesagt, nämlich Friedrich Schiller in seinem Gedicht „Würde
des Menschen“:
„Nichts mehr davon, ich bitt euch. Zu essen gebt ihm, zu wohnen. / Habt ihr
die Blöße bedeckt, gibt sich die Würde von selbst.“
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