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Düsseldorf liest ein Buch III
30. Oktober - 27. November 2005
Emine Sevgi Özdamar: Die Brücke vom Goldenen Horn
Vom 30.10.-27.11.2005 führt das Literaturbüro mit zahlreichen anderen Düsseldorfer Kulturinstituten und Partnern zum dritten Mal die Veranstaltungsreihe Düsseldorf liest ein Buch durch. Ganz Düsseldorf soll motiviert werden, ein Buch zu lesen und darüber ins Gespräch zu kommen. In den vier Wochen wird es Lesungen, Vorträge, Gespräche, eine Ausstellung, eine Filmvorführung etc. mit und um Emine Sevgi Özdamar und ihr Werk geben.
Neu: Rede der Literaturkritikerin Sigrid Löffler zum Auftakt am 30. Oktober
2005
Die Rede wird im Heine-Jahrbuch 2006 veröffentlicht.
Meisterin der Anverwandlung
Laudatio für Emine Sevgi Özdamar
im Düsseldorfer Heine-Haus
am Sonntag, den 30. Oktober 2005
Wir leben in einem Europa der Übersetzungen. Die Europäische Union ist neben vielem anderen auch eine Übersetzungsgemeinschaft. Unentwegt werden Sprachen in andere übertragen und - wichtiger noch: - Kulturen übersetzt und anverwandelt. Dazu bedarf es nicht nur der professionellen Dolmetscher und Übersetzer, dazu bedarf es auch der Schriftsteller.
Sie sind es, die Autoren, die den bedeutendsten Teil der Übertragungs- und Vermittlungsarbeit zwischen den Kulturen leisten. Die Autoren sind es, die dafür sorgen, dass Kulturen - also Geschichte, Religion, Lebensstile, Mythen, Künste, Traditionen - nicht nur beschrieben, beglaubigt und tradiert werden; die Autoren sind darüber hinaus diejenigen, die ihre jeweilige Kultur auch anderen vermitteln, sie ihnen übersetzen. Durch diese Übertragungsarbeit ändert sich der Blick auf die eigene, wie auch auf die fremde Kultur.
Wir leben nicht nur in einem Europa, wir leben auch in einem Deutschland der Übersetzungen. Wir wissen aber noch nicht, wie weit unser Blick auf die eigene Tradition sich dadurch verändert hat, dass wir seit zwei Generationen mit Italienern, Griechen, Jugoslawen, Marokkanern, Türken zusammenleben und mit deren Kulturen nahe bekannt gemacht werden. Wir wissen nur, d a s s der Blick auf das "Andere", die "Anderen", sich zu verändern beginnt.
Dem steht entgegen, dass wir seit einiger Zeit feststellen müssen, dass der Begriff FREMDE vor allem das Gespräch zwischen der Türkei und dem Westen dominiert. FREMDE - der, die, das Fremde - ist geradezu zum Zentralbegriff in der Debatte zwischen der Türkei und dem Westen avanciert. Die Debatte zwischen westlicher und islamischer Welt wird immer deutlicher von Fremdheitsgefühlen und Identitätskämpfen gekennzeichnet. Auf beiden Seiten liegt der Fokus mehr auf den Unterschieden, weniger auf den Angleichungen der Kulturen.
Mehr noch: auf beiden Seiten wird vor allem das Befremdliche hervorgehoben, werden die kulturellen Differenzen zwischen islamischer und westlicher Welt nicht nur betont, sondern auch politisch umgemünzt. Die europäischen Einwanderungsgesellschaften diskutieren "Kopftuchstreit" und "Parallelgesellschaft" und basteln unter Stichworten wie "Ehrenmorde" oder "Zwangsheirat" an einer Legende des Fremden. Umgekehrt strebt der Islamismus immer entschiedener danach, sich öffentlich sichtbar zu machen - durch die Verschleierung der Frauen, durch den Bau von Moscheen in Europa, kurz: durch Abgrenzung gegen den Westen innerhalb des Westens. Dieser Auftritt von Muslimen im öffentlichen Raum wirkt heute umso dramatischer, als er im Westen lange unbemerkt geblieben ist. Die Folge sind merkliche Erschütterungen des Hegemoniegefühls der säkularen Moderne. Wege aus der Konfrontation müssen gesucht - und gefunden - werden.
In dieser Situation wechselseitiger Entfremdung fällt den Schriftstellern - den türkischen wie vor allem den türkisch-deutschen - eine wichtige Rolle der Vermittlung zu. Es sind die Schriftsteller, die hier als professionelle Blick-Veränderer fungieren können und sollen. Der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk hat dies am vergangenen Sonntag, als ihm in der Frankfurter Paulskirche der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen wurde, folgendermaßen ausgedrückt: "Wer ist dieser ‹Andere›, den wir uns vorstellen sollen? Diese uns so unähnliche Person appelliert an unsere primitivsten Instinkte und löst Aggressionen und Verteidigungsreflexe aus, Abscheu und Furcht. Wir wissen, dass diese Gefühle unsere Phantasie anregen und unsere Schreibaktivität befördern werden. Der Romanschriftsteller spürt, dass aufgrund der Funktionsweise der von ihm ausgeübten Kunst eine Identifikation mit dem ‹Anderen› fruchtbare Ergebnisse zeitigen wird. Er weiß, dass es ihn befreien wird, genau andersherum zu denken, als es der allgemeinen Erwartung entspricht. Die Geschichte des Romans kann auch als die Geschichte der Möglichkeit geschrieben werden, sich in andere hineinzuversetzen und sich durch dieses Vorstellungsvermögen zu verändern, ja zu befreien."
Das heißt: dadurch, dass der Schriftsteller sich kraft Phantasie beim Schreiben in andere, in das Andere hineinversetzt, macht er das Andere verständlich, sich selbst und seinen Lesern - verständlich, plausibel, vorstellbar und damit nachvollziehbar. Abwehr und Furcht aus Unkenntnis können der Kenntnis und der Erkenntnis weichen. Der Schriftsteller befreit so sich und seine Leser von Fremdheitsblockaden und befördert den Transfer von Verständnis.
Die Ehrung für Orhan Pamuk hat die literarische Vermittlungsarbeit von türkischer Seite auch hierzulande einer breiteren Öffentlichkeit bewusst gemacht. Sie hilft vielleicht überdies, die Tatsache bekannter zu machen, dass in Deutschland seit Jahren Autoren migrantischer Herkunft an der Arbeit sind - Zuwanderer der ersten oder zweiten Generation, Autoren, die türkischen Zuwandererfamilien entstammen, aber deutsch schreiben und sich als Teil der deutschen Literatur fühlen.
Vor allem aber motiviert uns dieses verstärkte Interesse an türkischer und türkisch-deutscher Literatur, heute Emine Sevgi Özdamar zu ehren. Man wird sie mit Fug und Recht die Pionierin, die Vorläuferin und Wegbereiterin des türkisch-deutschen Literatur- und Kultur-Transfers nennen dürfen. Sie hat bereits vor fünfzehn Jahren damit begonnen, in ihren Romanen und Geschichten vom migrantischen Leben zu erzählen. Sie hat in ihrem Leben und in ihrem Schreiben schon früh das Grenzgängertum praktiziert, vor allem, indem sie die Sprache wechselte. Sie ist eine Sprach-Immigrantin ins Deutsche, sie hat Deutsch als ihre zweite Sprache adoptiert. Und als Deutsch schreibende Autorin türkischer Muttersprache hat sie den Prozess des Sprach- und Kulturwechsels, den Prozess der kulturellen Anverwandlung zum eigentlichen Thema ihres Schreibens gemacht.
Sie hat uns erkennen lassen, dass die globalisierte Welt auch eine nomadische ist, dass mit dem Zerfall traditioneller Sicherheiten und Zugehörigkeiten der Migrant, die Migrantin zur Leitfigur einer mobilen Gesellschaft aufgerückt ist. Sie vermittelt uns in ihren Büchern eine Ahnung davon, dass aus der vielfältigen Mischung der Kulturen in Umrissen ein Suchbild greifbar werden könnte: Aus den verschwimmenden nationalen Identitäten könnte eine andere, eine dritte Identität erwachsen.
Allen, die nach ihr kamen, haben Özdamars Bücher den Weg gebahnt. Wenn wir uns heute am Reichtum und der Themen- und Stilvielfalt türkisch-deutscher Literatur erfreuen können, dann verdanken wir das auch Emine Sevgi Özdamars wegbereitenden Romanen und Erzählungen, den Büchern "Mutterzunge", "Das Leben ist eine Karawanserei" und vor allem "Die Brücke vom Goldenen Horn".
Mit achtzehn Jahren ist Özdamar erstmals nach Deutschland gekommen, ein theaterbesessenes und welthungriges Mädchen vom Goldenen Horn, aus Anatolien gebürtig und in wechselnden Städten Kleinasiens und am Bosporus aufgewachsen. Sie hatte seit ihrem zwölften Jahr Theater gespielt, Jugendtheater. Sie glaubte an ihre theatralische Sendung. Sie konnte kein Wort Deutsch, als sie in Berlin ankam, Mitte der sechziger Jahre. Wie sie, als Fabrikarbeiterin in Westberlin, sich auf ganz unorthodoxe Weise der deutschen Sprache bemächtigte, das lässt sich in "Die Brücke vom Goldenen Horn" nachlesen.
Dieser Roman ist eigentlich eine romanhafte Autobiografie. Genauer gesagt: Dieser Roman verarbeitet autobiografische Materialien und beglaubigt so seinen imaginativen Erzählkosmos mit unzähligen Erfahrungspartikeln. Die Heldin und Erzählerin ist, so wie die Autorin selbst, eine Grenzgängerin zwischen den Kultur- und Sprachräumen. Sie sieht sich, zunächst ganz sprachlos, in ein kaltes, finsteres und fremdes Berlin versetzt, in eine winterliche, nächtige und etwas unheimliche Stadt, voll alter Schutthalden und Baulücken, mittendrin die Ruine des Anhalter Bahnhofs, den sie den "beleidigten Bahnhof" nennt, weil im Türkischen das Adjektiv für "zerbrochen" auch "beleidigt" bedeutet. Ihr Leben ist limitiert auf das Terrain zwischen der Telefunken-Fabrik und dem türkischen Wohnheim.
Sie möchte Schauspielerin werden, aber noch ist sie ohne Sprache. Erst allmählich und Schritt für Schritt überwindet sie den Kulturschock und die Sprachlosigkeit, erobert sich die fremde Umwelt und die fremde Sprachwelt. In dem Maße, wie sie sich die Sprache anzueignen beginnt, dringt sie auch in die Stadt ein. Sie lernt Deutsch nach dem Gehör und nach den Schlagzeilen der Zeitungen. Sie lernt diese Schlagzeilen auswendig wie die Texte einer Theaterrolle. Ihrer Entfremdung versucht sie mit den Mitteln einer Fremdsprache auf den Grund zu gehen. Jeder Zuwachs an Sprache bedeutet auch einen Zuwachs an Weltdurchdringung.
Es ist wunderbar zu verfolgen, wie sich in diesem großen Roman die Imagination und die Weltaneignung mit dem Zuwachs an Sprache immer reicher entwickeln. Aus den naiven, scheinbar einfältigen, parataktischen Reihungen des Anfangs erwachsen immer komplexere syntaktische Fügungen, eine Vielfalt des sprachlichen Ausdrucks und des Modulationsreichtums erblüht, parallel zur räumlichen Entfaltung. Die ersten groben und engen Stadt-Markierungen zwischen Wohnheim und Fabrik fächern sich allmählich auf zu einer Topografie der deutsch-türkischen Treffpunkte zwischen Studentenheimen, Kinos und Cafés, in denen sich die Jugendrevolten des Jahres 1968 vorbereiten und zwischen denen die Heldin sich souverän und furchtlos zu bewegen lernt. Denn bei diesem erfahrungs- und wissbegierigen türkischen Mädchen schließt der Hunger nach Welt auch den Hunger nach Weltanschauungen mit ein.
Die Adoptivsprache Deutsch trägt bei Özdamar immer die Spuren ihrer Aneignung - als Auszeichnung und als Bereicherung. Diese Autorin ist in die deutsche Sprache eingewandert mit ihrem ganzen türkischen Sprachgepäck und hat sich darin eingerichtet. Ihre türkische Muttersprache hat sich verwestlicht, ihr Deutsch hat sich orientalisiert und mit türkischen Denk- und Sprachmustern angereichert. Es speist sich aus dem Fundus orientalischer Märchen und Mythen, auch wenn grausame politische Realitäten zur Sprache kommen. Ein magischer Erzählton hält all diese Widersprüche in perfekter Schwebe. In dem Maße, wie Özdamars Türkisch in die Ferne rückt, sättigt sich ihr Deutsch mit fernen Anklängen. Erst indem Özdamar die Sprachen wechselt, erschließt sie sich ein ganz eigenes, unverwechselbares Idiom, eine deutsch-türkische Sprachsymbiose; erst indem sie sich die Fremdsprache zu eigen macht, findet sie zu einer unerhörten Eigensprache.
Nach ihren zwei Fabriks-Jahren in Deutschland ging Özdamar zunächst zurück nach Istanbul, wo sie die Schauspielschule absolvierte und unter anderem in Stücken von Brecht und Peter Weiss spielte. 1976 kam sie neuerlich nach Deutschland - als Hospitantin an der Ostberliner Volksbühne. Diesmal kam sie, um zu bleiben. Die achtziger Jahre machten aus der türkischen Gastarbeiterin eine türkisch-deutsche Schauspielerin und Regisseurin, die unter Claus Peymann am Bochumer Schauspielhaus und mit Benno Besson nicht nur in Berlin, sondern auch in Paris arbeitete und bald auch ihre eigenen Theaterstücke inszenierte. Und den neunziger Jahren verdanken wir den Auftritt des Schriftstellerin und Erzählerin Özdamar und ihren Eintritt in die deutsche Literatur.
Ihre Romane machen deutlich, wie sehr kulturelle Zumischungen aus heterogenen Sprach- und Gefühlswelten die jeweils eigene Kultur bereichern. Sie zeigen, wie viel an Lebendigkeit, an Eigensinn und sprachschöpferischen Freiheiten eine Sprache gewinnen kann, wenn inspirierte Fremdsprachige sie sich aneignen. Denn Sprache ist ein Gut, das durch Gebrauch nicht ab-, sondern zunimmt.
Der Roman "Die Brücke vom Goldenen Horn" hat einen zweiten Teil - und der spielt in der Türkei der siebziger Jahre, denn die Romanheldin ist wie auch ihre Autorin Ende der sechziger Jahre an den Bosporus zurückgekehrt. Es ist die Ära eines jugend-bewegten politischen Enthusiasmus, die Zeit libertärer Euphorien und aktionistischer Wagnisse, aber auch harter Repressionsmaßnahmen seitens des türkischen Regimes.
Der Roman entfaltet ein großes Zeit- und Figuren-Panorama, Bilder der türkischen Gesellschaft in der Ära der Militärputsche. Diese Bilder reichen von der kemalistischen Moderne am Bosporus bis zur Vormoderne in Anatolien und schlagen den Bogen vom westlich-aufgeklärten Bürgertum Istanbuls bis zu den kurdischen Bergdörfern in den staubigen Trockengebirgen Anatoliens, in all ihrer archaischen Rückständigkeit. Der nächste Militärputsch ist stets immanent, und doch wirbelt die leichtlebige Stadt am Goldenen Horn mit Gusto durch die mannigfaltigen Umbrüche - eine Kultur zwischen Koran und Kaugummi, Kopftuch und Comics, Atatürk und Burt Lancaster.
Wenn wir heute in Orhan Pamuks neuem Roman "Schnee" vom folgenreichen Gastspiel einer kemalistischen Istanbuler Theatertruppe in einer ostanatolischen Provinzstadt lesen, dann können wir feststellen, dass Emine Sevgi Özdamar uns eine vergleichbare Szene schon Jahre zuvor in "Die Brücke vom Goldenen Horn" erzählt hat. Dort lesen wir von Istanbuler Schauspielschülern, die sich aufmachen, um im Zeichen Atatürks der bäuerlichen anatolischen Hinterwelt die Befreiungsbotschaft der europäischen Jugendrevolte zu bringen, in einer Melange aus Bohème und Revolte, Erotik und Agitation.
Wenn also heute Pamuks Bücher als eine Bereicherung des europäischen Romans erkannt und begrüßt werden, dann sollten wir nicht übersehen, dass es Emine Sevgi Özdamar gewesen ist, die uns als Erste die Türkei als Erzählkosmos in seiner Relation zum Westen erschlossen hat. Sie ist es gewesen, die zuerst ein historisches und politisches Literatur-Kapitel aufschlug, das zuvor der westeuropäischen Optik verschlossen war. Ihr verdanken wir ein erstes literarisches Zeitpanorama der heutigen Türkei in all ihren Widersprüchen zwischen Verwestlichung und Fundamentalismus. Insofern zählt "Die Brücke vom Goldenen Horn" heute schon zu den kanonischen Texten der deutsch-türkischen Literatur.
»Düsseldorf liest ein Buch« – die Dritte!
Mit Emine Sevgi Özdamar und ihrem Roman Die Brücke vom
Goldenen Horn haben die Veranstalter dieses Jahr erneut eine
herausragende und preisgekrönte Autorin sowie ein bezauberndes
Buch gewählt.
Im Mittelpunkt der zahlreichen Veranstaltungen steht diesmal
eine Autorin, deren Werk aktuelle Fragen unserer pluralen
Gesellschaft aufgreift: Vor dem Hintergrund Ihrer eigenen
Biografie schreibt Özdamar vom Leben in der Türkei und in
Deutschland, von den beiden Sprachen, vom Theater und von
der Gesellschaft, von Liebschaften und politischen Wirren.
Emine Sevgi Özdamar stammt aus der Türkei und schreibt in
deutscher Sprache. In Düsseldorf hat sie, die eine Reisende ist,
achtzehn Jahre lang gelebt, es ist für sie die Stadt, in der sie zur
Schriftstellerin wurde. Nun wünschen wir uns, dass die Aktion
dazu beiträgt, noch mehr Düsseldorfer zu Leserinnen und
Lesern von Emine Sevgi Özdamar zu machen.
Wir wünschen Ihnen wieder viel Lesefreude und spannende
Veranstaltungen!
Grußworte
Wieder liest Düsseldorf ein Buch. Nach den beiden gelungenen
Veranstaltungsreihen der Vorjahre, mit Büchern von
Dieter Forte und Günter Grass, wird sich die 3. Auflage
des schönen Projektes in der Lesestadt Düsseldorf einem
Roman der türkisch-deutschen Autorin und Schauspielerin
Emine Sevgi Özdamar widmen. Eingebettet in ein breites,
inspiriertes Programm, das das Literaturbüro NRW in
Kooperation mit den Kulturinstitutionen der Stadt verwirklicht,
wird ihr Buch »Die Brücke vom Goldenen Horn« die Aufmerksamkeit
der Leser fesseln.
Auch dem diesjährigen Projekt »Düsseldorf liest ein Buch« wünsche ich,
dass erneut viele Literaturfreunde seiner Anziehungskraft und Attraktivität
erliegen werden. Ich jedenfalls freue mich darauf, gemeinsam mit vielen
anderen Düsseldorfern wieder »ein Buch zu lesen«. Es wird ein wunderbares
gemeinsames Gesprächsthema sein und diesen anregenden Dialogen blicke
ich schon jetzt erwartungsvoll entgegen.
Joachim Erwin
Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Düsseldorf
Auf die Frage: »Was hat mich zum Lesen gebracht?«, antwortet
die Schriftstellerin Gabriele Wohmann: »Das neugierige
Verlangen, in fremde Welten einzutauchen…«.
Martin Walser dagegen findet einen anderen Grund:
»…Weil die Großmutter aufgehört hat zu erzählen«, meint
er. Neugierde auf das Buch von Emine Sevgi Özdamar
»Die Brücke vom Goldenen Horn« will nun die dritte
Staffel des Projektes »Düsseldorf liest ein Buch« wecken.
Der Roman, den die Autorin schrieb, als sie 1983 bis 2000 in Düsseldorf
lebte, führt einerseits in die für uns fremde Türkei, andererseits lässt er teilhaben
am fremden Blick auf unser Land.
Das Literaturbüro NRW lädt in den kommenden Wochen ein zum Lesen
und zum Gespräch über das Gelesene. Ich wünsche dem Projekt viel Erfolg
und den Leserinnen und Lesern eine spannende Lektüre. Denn die
Begegnung mit dem Anderen, Fremden bedeutet letztlich immer auch die
Begegnung mit sich selbst.
Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff
Kulturstaatssekretär des Landes Nordrhein-Westfalen
Sponsoren

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Marianne Holle
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