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"Was macht eigentlich das Literaturbüro?"
Bericht über die Akltivitäten im Jahr 2002



Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde der Literatur, gerne möchten wir Ihnen unsere Aktivitäten im vergangenen Jahr kurz vorstellen. Auch im Jahr 2002 haben wir eine Vielzahl größerer und kleinerer Projekte verwirklicht.

landschaften lesen
Korrespondenzen
Grenzen? Welche Grenzen?
Kulturprogramm Bücherbummel
New York - mon amour
Was bleibet aber stiften die Dichter
Förderung der regionalen Kulturszene
Kooperationen
Einzelveranstaltungen
Weiterbildung und Beratung von Autorinnen und Autoren
Medienecho


landschaften lesen

Seit es Dichtung gibt, hat sie es als eine ihrer vornehmsten Aufgaben angesehen, Landschaften darzustellen. Das Literaturbüro hat diesen engen Zusammenhang im Rahmen der Euroga 2000+ thematisiert. Renommierte Schriftsteller trafen auf Prominente, die sich auf nichtliterarische Weise mit Landschaften beschäftigen. Auf Lesungen und Vorträge folgte ein gemeinsames Gespräch; abgerundet wurden die Abende durch thematisch passende zeitgenössische Musik, die vom "notabu.ensemble" vorgetragen wurde.
Über die unterschiedlichsten Landschaften sprachen Urs Widmer und Rüdiger Nehberg (Schloss Neersen), Sigrid Damm und Günter Herburger (Schloss Benrath, Düsseldorf), John von Düffel und Franz Alt (Schelmenturm, Monheim), Brigitte Kronauer und Ranga Yogeshwar (Burg Linn, Krefeld), Ruth-Maria Kubitschek und Michael Kleeberg (Schloss Dyck, Jüchen), Georg Klein und Bernd Lintermann (Schloss Wickrath, Mönchengladbach).
Insgesamt besuchten rund 700 Menschen diese Veranstaltungsreihe. Sie wurde ermöglicht durch die Beteiligung der genannten Orte und die Unterstützung des Ministeriums für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport.
Eine Dokumentation zu "landschaften lesen" kann beim Literaturbüro angefordert werden.

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Korrespondenzen

Erneut konnten wir in acht Museen und historischen Bauwerken Nordrhein-Westfalens Lesungen organisieren, die Beziehungen inhaltlicher oder ästhetischer Art zwischen den literarischenWerken und den jeweiligen Ausstellungen herstellten. Auf diese Weise konnten wir einen exquisiten Querschnitt durch die rheinische Museumslandschaft bieten und vor allem herausragenden Autorinnen und Autoren eine Plattform zur Vorstellung ihrer Bücher schaffen.
Es lasen u.a. Ralf Rothmann, Andreas Neumeister, Feridun Zaimoglu, Adriaan van Dis, Christian Stuhlpfarrer, Tarek Eltayeb, Stefan Weidner und Stephanie Überall. Unsere Partner bei dieser Veranstaltungsreihe waren die beteiligten Museen und Häuser sowie die Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW.

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Grenzen? Welche Grenzen?

Grenzen in jeglicher Form überschritten wir in diesem Projekt - die zwischen den Staaten, die zwischen den Künsten. Drei Lyriker und drei Jazz-Musiker traten gemeinsam auf und gestalteten an vier Abenden höchst gelungene Performances (in Düsseldorf, Leverkusen, Krefeld und Viersen). Es spielten Jarmo Hoogendijk aus den Niederlanden, Ali Haurand und Peter Weiss, es sprachen Serge van Duijnhoven aus den Niederlanden, Ralf Blaha und Ingeborg Drews. Sie zeigten, wie lebhaft das Gespräch zwischen Kunstsparten und Nationen geführt werden kann und wie ansteckend diese Begeisterung sein kann.

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Kulturprogramm Bücherbummel

Erstmalig war das Literaturbüro nicht nur beteiligt am Kulturprogramm des Bücherbummels, sondern hat es verantwortlich gestaltet Wir boten auf vielfältigste Weise Literatur an, im Kleinen (nämlich in 1000 verkauften Poesiekugeln) wie im Großen - auf dem Literaturschiff, das bereits zum fünften Mal fuhr. 300 Lesebegeisterte lauschten Texten zum Thema "Alter". Anne Dorn, Klas Ewert-Everwyn, Josef Reding und Rolfrafael Schröer lasen Gedichte und Erzählungen vor, die sie im Auftrag des Literaturbüros verfasst hatten. Eine Anthologie zu diesem gesellschaftlich höchst relevanten Thema wird im Frühjahr 2003 im Grupello Verlag erscheinen.
Die Nacht der Poeten war dem Thema "Lust und Liebe" gewidmet. Matthias Altenburg, Silvia Szymanski, Margit Schreiner und Gabriele Wohmann lasen vor 250 entflammten Zuhörerinnen und Zuhörern.
Daß Fußball und Literatur enge Anknüpfungspunkte haben, bewiesen unter anderem Christoph Brüske und Eckhard Henscheid.
Auf der Kö selbst kutschierte ein Lyrik-Mobil, der Kö-Graben wurde erstmalig in einem Bücherregal durchfahren, und die Kabarettisten Norbert Alich, Rainer Pause und Jens Prüss waren zu hören, der Pantomime Nemo war zu sehen. Im Stadtmuseum veranstalteten wir in diesen Tagen eine Lesereihe mit dem Titel Gestern und in unserer Zeit; Christoph Dieckmann, Jens Sparschuh und der Büchner-Preis-Träger Wolfgang Hilbig lasen Texte zur ost-west-deutschen Wirklichkeit.

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New York - mon amour

Gemeinsam mit dem Filmmuseum Düsseldorf organisierten wir eine Lese-und Filmreihe; sie demonstrierte die unterschiedlichen Blickweisen von amerikanischen Filmemachern und deutschen Schriftstellern auf die Metropole des 20. Jahrhunderts. Unter anderem lasen Bodo Morshäuser, Norman Ohler und Ulrich Peltzer.

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Was bleibet aber stiften die Dichter

Auch im Zeitalter der neuen Medien verliert das Buch nicht seine Bedeutung. Wir haben 15 nordrhein-westfälische Autorinnen und Autoren gebeten, das Buch vorzustellen, das ihnen selbst - aus welchem Grund auch immer - besonders wichtig ist. Nachzulesen sind die Ergebnisse - im Internet unter www.wasbleibet.de.

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Förderung der regionalen Kulturszene

Autorinnen und Autoren aus der Region werden von uns nicht nur eingeladen, in den internationalen Projekten mitzuwirken (z. B. in Grenzen? Welche Grenzen?), wir präsentieren sie auch in genuin regionalen Projekten. So lesen zehnmal im Jahr Düsseldorfer SchriftstellerInnen in der Zentralbibliothek im Rahmen unserer gemeinsamen Reihe Frisch gepresst. Neue Bücher aus Düsseldorf, einer Reihe, die mittlerweile ein festes und erfreulich großes Stammpublikum besitzt.
Ein anderes Medium, mit dessen Hilfe sich Autorinnen und Autoren der Öffentlichkeit bekannt machen können, ist das Literaturtelefon. Dort wie auch auf unserer WebSite präsentieren wir den jeweiligen "Autor des Monats".
Zur Förderung und Vernetzung der regionalen Literaturszene dient auch unser monatlicher Literatukalender. Er dokumentiert so vollständig wie möglich die literarischen Aktivitäten in der Landeshauptstadt: Lesungen, Diskussionen, Ausstellungen. In manchen Monaten sind das bis zu 90 Termine. Der Kalender erscheint in einer Auflage von 5.000 Exemplaren und liegt an 95 Stellen im Stadtgebiet zum kostenlosen Mitnehmen aus; Interessierte können ihn (gegen Begleichung der Kosten) auch postalisch beziehen. Wir verstehen diesen Literaturkalender nicht nur als Service für das lesungshungrige Publikum, sondern auch als Förderung für die Autoren und die Veranstalter, auf deren Termine wir hinweisen. Die Finanzierung erfolgt weitgehend durch Anzeigen.

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Kooperationen

Bei vielen der erwähnten Veranstaltungen haben wir mit anderen Institutionen kooperiert; das gilt besonders für die folgenden drei Projekte: - Bei den Jüdischen Kulturtagen im Rheinland waren wir an der Literaturreihe beteiligt: es lasen Leon de Winter, Wladimir Kaminer, Oleg Jurjew, Ray Federman und Robert Menasse (Mitveranstalter waren das nordrheinwestfälische Kulturministerium, das Kulturamt der Landeshauptstadt, die Stiftung Kunst und Kultur, die Buchhandlung Literatur bei Rudolf Müller). - Zum 14. Mal waren wir (gemeinsam mit dem Gerhart-Hauptmann-Haus, der Heinrich-Heine-Universität und dem Kulturamt) Organisatoren des Literaturforums Ost-West. Deutsche und baltische Schriftsteller hatten drei Tage lang die Möglichkeit einander kennenzulernen; unter anderem lasen Amanda Aizpuriete, Antanas Gailius, Horst Eckert und Niklas Stiller. - Zum 110. Geburtstag von Bruno Schulz fand eine vielbeachtete Tagung statt, zu der auch wir beitrugen (neben u. a. dem Polnischen Institut, dem Heine-Institut und der Mahn- und Gedenkstätte).

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Einzelveranstaltungen

Neben den genannten größeren und kleineren Veranstaltungsreihen haben wir auch zu unterschiedlichen Anlässen einzelne Lesungen organisiert, z.B. im Rahmen der Museumsnacht. Besonders großen Zuspruch fand die zweite Düsseldorfer Kriminacht im zakk. Dort sowie auch an anderen Orten stellten wir weitere wichtige zeitgenössische Autoren vor, u.a. Ulrike Draesner, Norbert Scheuer sowie den Niederländer Joost Zwagermann.

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Weiterbildung und Beratung von Autorinnen und Autoren

In Zusammenarbeit mit den anderen nordrhein-westfälischen Literaturbüros in Detmold, Gladbeck und Unna erstellen wir jährlich ein umfangreiches Weiterbildungsprogramm für Autorinnen und Autoren. Workshops und Tagesseminare bieten die Möglichkeit, sich auf sehr unterschiedlichen Gebieten zu professionalisieren. Das Programm aller Büros wird in einem Faltblatt aufgeführt, das jährlich im Februar erscheint

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Medienecho

Das Jahr 2002 war für das Literaturbüro auch in der öffentlichen Wahrnehmung ein überaus erfolgreiches Jahr. Mit einer Reihe von Projekten ist es uns gelungen, regionale und überregionale Aufmerksamkeit zu erzielen; Berichte über unsere Arbeit erschienen in so unterschiedlichen Medien wie z.B. Frankfurter Allgemeine Zeitung, Süddeutsche Zeitung, Bild und Express, Neues Rheinland und WDR.
Wir bitten um Verständnis dafür, daß angesichts der dünnen Personaldecke des Büros (zwei Stellen) und der Vielzahl von auswärtigen Verpflichtungen wir nur zu folgenden Kernarbeitszeiten erreichbar sind: Mo-Do 10-13 und 14-17 Uhr.
Dank sagen möchten wir an dieser Stelle allen Kooperationspartnern und Unterstützern, vor allem dem Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf, dem Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport und der Stiftung Kunst und Kultur des Landes NRW. Unser Dank gilt auch den Praktikantinnen und Praktikanten, die im Jahr 2002 unentgeltlich, aber hoch motiviert mitgearbeitet haben und ohne die das geschilderte Programm nicht hätte realisiert werden können.

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